Die Sprache ist in der Verständigung zwischen Mensch und Hund kein zuverlässiges Element, weil der Hund sich mehr auf den Tonfall und Bewegungen konzentriert und das menschliche Wort nur etwa 20% des Informationsgehaltes ausmacht. Wir geben über den Tonfall Emotionen weiter und über unsere Körpersprache die Information, wie das Wort im Zusammenhang zu interpretieren ist.

Informationsverarbeitung beim Hund

Hunde leben in der Gegenwart. Ursache und Wirkung werden nur begriffen, wenn sie unmittelbar aufeinander- folgen. Belohnungen müssen deshalb innerhalb von einer Sekunde erfolgen.

Hunde lernen situationsgebunden. Eine Generalisierung ist dem erwachsenen Hund fremd, dadurch kann er, was an einem Ort oder in einer Situation erlernt ist, nicht ohne weiteres auf einen anderen Ort oder eine andere Situation übertragen.

Hunde benutzen zur Verständigung vorwiegend körper- sprachliche  Signale.  Sie lesen sowohl unsere willkürlichen als auch unsere unwillkürlichen Gesten, was zu deutlichen Missverständnissen führen kann.

Hunde lernen besser, wenn man beim Training Anforderungen langsam steigert und jeweils nur ein Kriterium der Übung ändert, damit sie erfassen können, was ihnen Erfolg und Lob einbringt.

Körpersprache

Hunde kommunizieren untereinander vorwiegend durch Körpersprache und geruchliche Informationen, aber auch über die Stimme und taktil. Dabei unterliegen sie als ursprünglich im sozialen Verband lebende Tiere einem differenzierten Repertoire an ritualisierten Friedens-, Imponier- und Drohgesten, die von Hund zu Hund schon in Andeutungen verstanden werden können. Zu Fehl- deutungen durch den Menschen können die sogenannten "Calming Signals" führen, mit denen ein Hund den anderen zu beruhigen versucht:

  • nur sehr langsam und beiläufig auf etwas Imponierendes zugehen
  • Bögen gehen statt frontaler Annäherung
  • unter Wegschauen nur langsame Bewegung in Anwesenheit von Autoritätspersonen
  • Abwendung des Kopfes bei direktem Blickkontakt
  • sich setzen, weggehen
  • Gähnen, Blinzeln, Züngeln, am Boden schnüffeln

Zeigt der Hund die Verhaltensweisen während des Training könnte der Unwissende diese auch als Desinteresse oder Verweigerung auffassen.

Rangordnung

Dominanz- oder Unterwerfungsgesten machen in einem funktionierenden Rudel nicht den Hauptteil der Kommunikation aus. Konflikte entstehen um lebensnotwendige Dinge: Lager, Wasser, Nahrung, Geschlechtspartner. Ein Blick genügt meistens schon, um den Anspruch auf solche Ressourcen zu festigen, ohne dass auf der körpersprachlichen Ebene weitergegangen wird. Da wir Menschen im Besitz aller für den Hund wichtigen Ressourcen sind und ihm nur nach unserem Dafürhalten den Zugang gewähren, sind wir automatisch der Überlegene, sofern wir auf die Einhaltung von Spielregeln achten und mit Konsequenz handeln. Strenge, gar Gewalt von Seiten des Menschen führt oft zur submissiver Haltung des Hundes anstatt zu seiner Mitarbeit. 

 

 

 

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